Eigentlich wollten neun Helfer des Technischen Hilfswerks Ludwigsburg gerade ins Wochenende starten.
Geplant war die Teilnahme an einem Ausbildungszeltlager, zusammen mit weiteren Helfern aus ganz Baden-Württemberg.
Mit beladenen Fahrzeugen warteten sie auf dem Gelände des Ortsverbandes Stuttgart auf die gemeinsame Abfahrt.
Kurz zuvor haben im Landkreis Ludwigsburg schwere Unwetter zahlreiche Einsätze der Feuerwehren erforderlich
gemacht. Neben umgestürzten Bäumen und vollgelaufenen Kellern mussten auch mehrere Straßen wegen Überflutung
gesperrt werden. Besonders schlimm traf es den kleinen Ort Wolfsölden nahe Affalterbach: Eine Geröll- und
Schlammlawine verwüstete Teile des Dorfes und versperrte den Zufluss der historischen Wassermühle. Die
aufgestauten Wassermassen drohten das denkmalgeschützte Gebäude zu unterspülen und zum Einsturz zu bringen.
Für die Beseitigung der Geröllmassen wurde daher von der Leitstelle der Feuerwehr das Technische Hilfswerk
Ludwigsburg alarmiert.
Für die neun Helfer bedeutete dies natürlich: Das Zeltlager fällt ins Wasser, denn ein Einsatz geht vor.
Mit Sondersignal machten sie sich sofort auf den Weg zurück nach Ludwigsburg. Dort wurden schnell die
Fahrzeuge gewechselt und einsatzbereit gemacht. Verstärkt mit weiteren Helfern rückte das Technische Hilfswerk
Ludwigsburg zum Einsatz nach Wolfsölden aus.
An der Einsatzstelle angekommen, bot sich den Ludwigsburger Helfern ein Bild der Verwüstung: Das gesamte
Gelände rund um die Wolfsöldener Mühle war von einer rund zehn Zentimeter hohen Schlammschicht bedeckt. Die
Gerölllawine verstopfte den Mühlenzufluß und staute die durch die Regengüsse stark gestiegenen Wassermassen auf.
Diese bahnten sich daher ihren eigenen Weg und bedrohten das Mühlengebäude.
Der über die Ufer getretene Mühlbach konnten durch schnell angelegte Entlastungsabflüsse umgeleitet werden.
Dadurch wurde die weitere Beschädigung des bedrohten Gebäudes vorerst verhindert. Um die Gefahr endgültig
abzuwenden, legten die Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks den Wasserzufluss in mühsamer Handarbeit
wieder frei. Dazu kämpften sich die Helfer mit Schaufeln und Spaten durch den knietiefen Schlamm. Für die
Beseitigung großer Felsbrocken wurden die Räumgruppe des Ortsverbandes Stuttgart mit ihrem schweren Räumgerät
zur Unterstützung angefordert.
Die Räumarbeiten dauerten bis tief in die Nacht. Insgesamt waren rund dreißig Helfer des THW im Einsatz.
Für die Verpflegung der Einsatzkräfte sorgte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) aus Affalterbach.
(31.05.2008)
Text: N. Decker
Bilder: J. Tschorsnig
zurück