Ein LKW ist in einen Straßengraben gerutscht und muss geborgen werden. Nach einem Verkehrsunfall liegt ein Verletzter unter einem PKW
und wartet auf Rettung. Wegen einer Überschwemmung wird ein Sandsackverbau zur Sicherung einer Brücke benötigt. Ein LKW-Fahrer ist nach
einem Verkehrsunfall eingeklemmt. Ein verletzter Bauarbeiter liegt in einem Schacht. Eine Hochleistungspumpe muss nach einer
Überschwemmung aufgebaut werden. Wenn das alles an einem Tag an verschiedenen Orten in Böblingen passiert, dann muss es sich um die
jährliche Großübung des Technischen Hilfswerks mit mehr als 100 Beteiligten handeln.
Das möglichst realistische Üben von Einsatzsituationen ist für Bergungsgruppen des Technischen Hilfswerks immer mit einem großen
Vorbereitungsaufwand verbunden. Deshalb arbeiten die Ortsverbände im Geschäftsführerbereich Stuttgart schon seit Jahren eng zusammen.
In diesem Jahr fand die Übung am 13. Oktober in Böblingen statt. Mehrere Führungskräfte aus den Ortsverbänden Böblingen und Leonberg
waren über Monate mit den Vorbereitungen dieser Großübung für acht Bergungsgruppen aus den Ortverbänden Backnang, Böblingen, Leonberg,
Ludwigsburg und Stuttgart beschäftigt. Die Bewertung der einzelnen Übungsstationen übernahmen die Zugtrupps der beteiligten Ortsverbände.
Außerdem war das DRK Deckenpfronn vor Ort, um das Szenario realistischer zu machen und um die Zusammenarbeit der Helfer beider
Organisationen zu üben. Die Fachgruppe Logistik aus Bietigheim-Bissingen sorgte für die Verpflegung, und die Fachgruppe Führung und
Kommunikation war im Einsatz, um die Übungsleitung zu unterstützen. Die Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen aus Böblingen war ebenfalls
an einer Einsatzstelle in die Übung eingebunden.
Der Zugtrupp und die 1. Bergungsgruppe aus Ludwigsburg waren mit 13 Helfern und drei Fahrzeugen mit dabei. Während der Zugtrupp einen
Verkehrsunfall aufbaute, bei dem ein PKW einen Fußgänger – dargestellt von einer Bergungspuppe- angefahren hatte, der nun unter dem
Fahrzeug liegt, fuhr die 1. Bergungsgruppe nacheinander zu den insgesamt acht verschiedenen Einsatzstellen. Der Zugtrupp erläuterte den
eintreffenden Gruppen die Lage und bewertete dann die Arbeit der jeweiligen Bergungsgruppe. Anschließend wurden den Helfern die Fehler
erläutert und schon kam die nächste Gruppe an die Einsatzstelle.
Die Ludwigsburger Bergungsgruppe zeigte Ihr Können beispielsweise beim Bergen eines LKWs mittels Seilwinde. Aber auch das Retten eines
verletzten LKW-Fahrers erforderte viel Können und Erfahrung, da der Fahrer eben deutlich höher sitzt als in einem PKW und außerdem in
diesem Fall auch noch ziemlich schwergewichtig war. Das Aufbauen einer Hochleistungspumpe und die Arbeiten an einem Sandsackverbau an
einer Brücke stellten für die Ludwigsburger schon deshalb keine Schwierigkeiten dar, da der Ortsverband Ludwigsburg ebenfalls über eine
Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen verfügt. Die Rettung eines verletzten Bauarbeiters, der in einem Schacht lag, kam den THWlern ebenfalls
entgegen, da das Thema Höhen- und Tiefenrettung ein besonderer Schwerpunkt bei der Ausbildung in diesem Jahr war.
Insgesamt waren alle Stationen und alle Aufgaben an diesem Tag für die Helfer der unterschiedlichen Einheiten, die im Einsatz waren oder
unterstützend arbeiteten, interessant und lehrreich. Einige Erkenntnisse werden sofort in die Planungen für die Ausbildung im Jahre 2008
einfließen. Und auch im nächsten Jahr wird der Ortsverband Ludwigsburg wieder an der Großübung teilnehmen – dann im Rems-Murr-Kreis.
(22.10.2007)
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