Selbst mit Schneeketten an den Hinterrädern des Gerätekraftwagens gab es kein Halten mehr – die zentimeterdicke Eisschicht
auf der Autobahn A 81 bei Mundelsheim machte LKWs zu unkontrollierbaren Geschossen. Da gab es für die ehrenamtlichen Helfer
des Technischen Hilfswerks Ludwigsburg nur noch eine Möglichkeit, nämlich die Vollsperrung der Autobahn in Zusammenarbeit
mit der Autobahnpolizei.
In der Nacht zum 24. Januar war in Baden-Württemberg der Winter eingekehrt. Durch die Meteorologen zwar angekündigt,
führten Schnee und Glatteis dennoch zu zahlreichen Staus und Unfällen. Der Hauptgrund für die rund 300 km Stau in
Baden-Württemberg war die oftmals fehlende Winterausrüstung hauptsächlich bei den Brummis. So waren nicht nur viele mit
Sommerreifen unterwegs, sondern auch Gleitschutzketten fehlten bei den LKWs.
Deshalb wurden die THWler aus Ludwigsburg am 23. Januar gegen 23.20 Uhr alarmiert, um liegen gebliebene LKWs freizuschleppen,
damit der Verkehr wenigstens teilweise wieder rollen konnte. Im dichten Schneetreiben machten sich neun Ehrenamtliche mit
dem Gerätekraftwagen I und dem Gerätekraftwagen II auf den Weg zur A 81. Nachdem selbst die schweren Einsatzfahrzeuge, die
noch dazu mit Gleitschutzketten ausgestattet waren, aufgrund der Schnee- und Eismassen kaum noch zu bremsen waren, musste
die Autobahn A 81 bei Mundelsheim komplett gesperrt werden. Ein in den Graben gerutschter LKW konnte zwar von einem
Bergungsunternehmen abgeschleppt werden, die Fahrt musste aber gegen die Fahrtrichtung angetreten werden. Deshalb sperrt
das THW in Zusammenarbeit mit der Autobahnpolizei Ditzingen die A 81 auch weiterhin. Als das Gespann jedoch an einem
Anstieg nicht mehr weiter kam, sprangen die THW-Helfer sofort in die Presche und zogen den Lastzug den Berg hinauf. Kaum war dieses Manöver beendet und auch die Fahrbahn wieder einigermaßen befahrbar,
ging der Einsatz schon beim nächsten gestrandeten Lastzug weiter. Und so arbeiteten die THWler aus Ludwigsburg zusammen mit
rund 270 anderen THW-Helfern, der Feuerwehr, der Polizei und dem DRK in drei Schichten über 24 Stunden auf den Autobahnen
und Landstraßen der Umgebung.
Als sich der Einsatz schon dem Ende neigte, kam noch ein wichtiger neuer Einsatzbefehl: LKWs auf der A 8 freischleppen.
Zwischen dem Stuttgarter Kreuz und Heimsheim war der Verkehr auf der A 8 wegen querstehender LKWs bereits seit Stunden
komplett zum Erliegen gekommen. Erst am Mittwochmorgen schafften es dreizehn Fahrzeuge von THW und Feuerwehr die rund 100
LKWs wieder in Gang zu bringen. Somit war auch der Weg für die 40 Streufahrzeuge im Bereich Stuttgart wieder frei.
Am Mittwoch vermeldete der SWR schließlich 1.013 Verkehrsunfälle mit 79 Verletzten und zwei Toten in Baden-Württemberg.
(07.02.2007)
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